Ein Tag noch bis zur Deutsch-Matura…

Es ist Montag, der 7. Mai um 9:00 Uhr, ich sitze da und mir geht es nicht gut. Wenn ich daran denke, dass ich morgen um genau dieselbe Uhrzeit in einem Computersaal sitze, mit all meinen Mitschülerinnen und Mitschülern, und die Deutsch-Matura hinter mich bringe, dann kommt mir die pure Angst.

Wie schnell ist die Zeit vergangen? Wo sind vier Jahre HAK hin? Träume ich etwa? NEIN, es ist die pure Wahrheit, ich schreibe morgen die Deutsch-Matura! Ob ich sie schaffe? Was, wenn nicht? Ich muss sie schaffen. Ich habe dafür genug gelernt. Ich bin schon neugierig, welche Textsorten heuer zur Auswahl stehen und für welches Themenpaket ich mich entscheide… Ich hoffe, es ist etwas Leichtes dabei, das ich auch mit gutem Gefühl bewältigen kann. Ach, Deutsch war nie mein Lieblingsfach und trotzdem musste ich dieses Unterrichtsfach 13 Jahre lang durchstehen. Alle sagen immer, Deutsch sei so leicht, sei ja deine Muttersprache. Ja, stimmt auch, aber wenn es um das Schreiben von Texten geht, geht gar nichts mehr. Es ist abends geworden und ich bin noch einmal alle geschriebenen Texte zu jeder Textsorte durchgegangen. Kann ich alles? Soll ich es noch einmal durchlesen? Schlafen oder aufbleiben? Soll ich noch schnell mein Outfit für morgen vorbereiten? Eingeschlafen…

Am Tag der Deutsch-Matura…

Nun ist der Tag endlich da, an dem ich meine Deutsch-Matura hinter mich bringe. Es ist Dienstag, der 8. Mai. Das Warten hat ein Ende. Kalte und schwitzige Hände… Schlecht ist mir auch… Ich weiß nicht, was ich anziehen soll… Schaff ich es? Positiv denken… Ich bin noch einmal alles durchgegangen… Frühstücken? Geht gar nicht, viel zu aufgeregt… Anziehen und fertig machen… ich habe mich für ein schwarzes Kleid entschieden… um halb acht muss ich wegfahren… ruhig bleiben… wenn ich es nicht schaffe? Was mach ich? Schmeiß ich alles hin? Zerplatzt mein Traum, das Maturazeugnis in den Händen zu halten? Was werden meine Eltern sagen, wenn ich es nicht schaffe? Wenn ich schon Deutsch nicht schaffe, wir wird es dann in Mathematik sein?

Positiv denken… ich kann nicht fahren, bin viel zu aufgeregt… beruhig dich, Hanna, es wird alles so laufen, wie du es dir vorstellst… ich wünsche jedem noch ganz viel Glück… mir wurde immer schlechter und die Zeit verging immer schneller… mein Herz rast wie, als wäre ich gerade einen Marathon gelaufen… Durchatmen… Dann hat die neun geschlagen und es ging los…

Das Gute an diesem Tag ist, das die Deutsch-Matura erledigt ist!

Von Hanna Visotschnig, 5BK