Sagt denn keiner was?

Interessierte Schüler/innen der 2AK besuchten dieser Tage ein spezielles Stück: Sie waren bei Peter Handkes Die Stunde da wir nichts voneinander wußten im Klagenfurter Stadttheater, einem Stück, das zwar 320 Figuren auftreten lässt, in dem aber in zwei Stunden kein einziges Wort gesprochen wird. Den gesamten Bericht gibt’s hier.

Dieses Theatererlebnis – Hausführung inkusive – war für alle Beteiligten eine außergewöhnliche Erfahrung, besonders aber für vier Schüler, die zu diesem Freizeittrip gemeinsam mit Prof. Martin Erian angereist waren. Den Ausflug als literarischen Reisebericht verarbeitet haben nun Florian Kogoj, Florian Olschnig, Matthias Possautz und Pascal Romano.

Der Tross rollt los

Wolltest du schon immer mit deinem Deutschprofessor in seinem KFZ mitrollen, ein Theater ohne Worte anschauen und zum krönenden Abschluss zu einem örtlichen Fastfood-Laden fahren? Dieses Glück hatten vier Schüler der 2AK. Matthias Possautz, Pascal Romano, Lukas Olschnig und Florian Kogoj wurden von Gott durch diese Gabe gesegnet.

Wir fuhren an einem verregneten Mittwochspätnachmittag von Völkermarkt weg. Anfangs überreichten wir Professor Erian noch eine kleine Geste für seinen hohen „Taxiaufwand“. Nach einem eher holprigen Start wurde sehr schnell sichtbar, dass er, natürlich stets unter Berücksichtigung der Verkehrsregeln und als Vorbild für die L17-Kandidaten, der Jürgen Klopp des Autofahrens ist. Mit interessanten Gesprächsthemen geschmückt, waren die Voraussetzungen für ein grandioses Theater gegeben.

Intensive Einführung – und dann kein Wort

In Klagenfurt angekommen, erwartete uns eine fachkundige Backstage-Führung, bei der wir vieles erzählt bekamen. Mit dabei war auch die Information, dass bei Perücken durch intensive Feinarbeit mit Haaren aus Indien hergestellt werden – Haare, die eigentlich dort den Göttern geopfert, zur besseren wirtschaftlichen Verwertung dann aber auch verkauft werden. Dieser Fakt, meinte Professor Erian, habe auch ihn sehr verwundert. Besucht wurden die Maskenbildnerei, die Garderoben und die Malerwerkstätte – nicht nur die Haare hatten aus der Sicht mancher eine gewisse Länge.

Nach dieser intensiven Führung ging es in das Theater und zum Stück. Die nächsten zwei Stunden waren eine Offenbarung und zugleich eine Erweiterung unseres Horizontes. Das Stück war sehr abwechslungsreich und kreativ, wenn auch nicht in der gewohnten Weise. Danach gab es viele offene Fragen und ratlose Gesichter – es herrschte also Klärungsbedarf.

Der erlösende Blinker

Der Geist war angeregt, am Ende eines langen Tages aber auch der Appetit. Der rechte Blinker wurde zu unserem Glück im entscheidenden Moment gesetzt und auch dabei wurden die Verkehrsregeln in keiner Art und Weise missachtet, meinte Florian Kogoj. Es galt, die offenen Fragen nach der Aufführung zu diskutieren und den aufgestauten Redebedarf zu stillen.

Bei McDonalds trafen wir weitere Klassenkameraden, die auch eine spontane Hungerattacke bekommen hatten, so formulierte es jedenfalls Hannah Fido. Beim Bestellen orientierte sich Herr Professor Erian an seinen Mitfahrern, daher nahm er den Rat von Matthias Possautz an und aß einen köstlichen „Dallas Pepper Cheese Burger“. Im Nachhinein meinte er selbst, dass es gemundet habe. Durch die Freude schäumte sogar seine Cola über.

Beim Essen begutachteten wir Berichte des ORF und der Tageszeitung „Der Standard“ zur Handke-Inszenierung. Unsere Interpretationsmöglichkeiten wurden in jeder Hinsicht tadellos ausgeschöpft und wie die beste Mahlzeit mit dem Munde verarbeitet.

Mit vollem Magen begaben wir uns im VW Golf Rabbit von dannen Richtung Völkermarkt. Dieses Auto wurde auch schon erfolgreich vermarktet, es fand sich ein potenzieller Käufer für die nächsten Jahre, nämlich Matthias Possautz. Auf der Heimfahrt blickten wir auf die kommenden Jahre, unsere Zukunftspläne und unsere persönlichen Intentionen. Wir beredeten auch die Neue Oberstufenregelung, kurz NOST, und ihre Gefahren.

So ging ein Tag, der fünf gutaussehenden, mehr oder weniger jungen Männern ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hatte, zu Ende.

Summa summarum kann man sagen, dass der 13. November in die Geschichte der Praxis-HAK Völkermarkt, genauer gesagt der 2AK, eingeht.