Anna Lobnig: Wie war es früher – ein Kind zu sein?

Draußen zwitschern die Vögel, vom Garten her scheint die Sonne ins Wohnzimmer. Eine alte Frau, groß und schmal, kommt mit ihrem Rollator zur Tür geeilt. Sie hat graue Haare und blaue Augen, trägt eine weiße Bluse mit einer grauen Strickjacke. Daraufhin setzt sich die Frau auf einen Sessel neben einem Kamin. Ihr rechtes Bein hat sie auf einem Hocker gelegt, ihre Arme zusammen geschränkt. Sie ist ganz ruhig und redet leise. Sie erzählt ihre Geschichte, als sie noch jung war.


Larissa Petritz: Die Wunden, die nicht heilen

Eine zierliche, kleine Frau sitzt vor mir und genießt ihren Tee. Ihr Haar, das früher dunkelbraun gewesen ist, ist mittlerweile schon grau geworden. Ihre blauen Augen strahlen aber noch genauso wie früher. Von draußen hört man die Vögel zwitschern und der Geruch von selbstgemachten Kuchen steigt mir in die Nase. Ich habe die Dame um ein Gespräch gebeten und sie willigt ein. Als Erstes frage ich sie, ob sie etwas über ihre Kindheit erzählen möchte.

Plötzlich verschwindet das Lächeln aus ihrem Gesicht und sie wirkt etwas traurig. Nach kurzem Schweigen beginnt sie aber mit leiser Stimme zu erzählen.

In der darauffolgenden Nacht liege ich stundenlange wach und kann nicht schlafen. Meine Gedanken sind ständig bei dieser armen, kränklichen Frau. Warum musste so eine gutherzige Dame so etwas in ihrem Leben durchmachen? Womit hat sie sowas verdient? Durch diese Frau ist mir bewusst geworden, dass ich mich glücklich schätzen kann, in einer Zeit aufzuwachsen, in der ich nicht im Entferntesten mit solchen Problemen und Härten konfrontiert werde, die für Menschen wie Maria Alltag waren.


Jacqueline Riegel: Das Leben nach dem Krieg

Warme Sonnenstrahlen finden ihren Weg in die alte Küche, in der die Frau mit schwarzen Haaren, welche schon mit grauen Strähnen beschmückt sind, beim Wasserkocher steht, um sich einen Tee zuzubereiten. Die Küche strahlt etwas Heimatliches und Entspannendes aus, auf den Wänden hängen Postkarten, ein Kreuz mit einem Rosenkranz und auch der Parte einer vor kurze verstorbene Frau.

Die Frau kommt mit zwei Tassen des dampfenden Kamillentees an den Tisch und setzt sich auf den schon alten Holzstuhl. Sie erzählt die Geschichte einer Frau, die von ihrer Jugend geprägt wurde.