Und zwar lyrisch

„Wos kundadns duan?“ Unter diesem Titel veröffentlichte die 2016 verstorbene österreichische Jugendbuchautorin Christine Nöstlinger einst ein Gedicht, dass von der Verweigerung, überhaupt nur aufzustehen, erzählt. „Wos kundadns duan?/Da weka radschad und radschad,/und i ria mi ned.“

Dass Daheimbleiben hat in diesen Wochen der Corona-Pandemie eine ganz neue Bedeutung erhalten, auch weil sich die Arbeit nachhause verlegt hat. Daher nahmen die Schüler/innen der 1BK im Deutschunterricht bei Prof. Martin Erian den Text zum Anlass, über ihren neuen Alltag nachzudenken – und der ist so gar nicht von Langeweile geprägt.

Eine Auswahl der besten Gedichte lesen Sie hier – häufig nach dem Vorbild Nöstlingers auch im Dialekt abgefasst.


Nina Jernej: Mei Alltog in Coronazeitn

Vor gar net allzu langer Zeit –
wor vüles onders – es wor ka Thema die Einsomkeit.
Dos Treffen mit Freinde – des wor jo gonz normal
und jetz sitzn wir daham – und lernen im Portal.

Wer hätt den jemols gedocht –
an Reli-Unterricht per Teamsession live gemocht?
Mei Alltog besteht zum Großteil aus Erledigungen,
nur in den Osterferien,da gönn i ma an Ruhetog.
Und Turnan hält mi immer auf trab,
so kummmt a bissl Obwechslung in den Tog.

Die Longeweile hot mich bisher noch nie ereilt –
hob mich bemüht – und immer beeilt.
Die Ostern waren heuer auch echt leise –
Da Pforrer weihte gor ka Schinkenspeise.

Da Ostertisch war schlecht besucht –
a klanarer Schinken wurde heier gebucht.
Beim schenan Wetter sitzen wir im Gorten –
nur die Familie – dorf kan Besuch erworten.

I bin toll beschäftigt – es is alles guat –
zum Glück sama gsund und ham kan Virus im Bluad.
Die Longeweile wird mi nit so schnell ereilen.
Dafür sorgn di Lehrer einstweilen.

So is diese Zeit – man kon sich kaum denken –
jetz is die Familie im Mittelpunkt – mehr Zeit Ihr zu schenken.
I wünsch ollen, die kronk san und leiden –
olles guate wir die Gsunden, wir sand zu beneiden.