Geschichten zum großen Fest

Geschichten zum großen Fest

Kreative Sehnsüchte an Heiligabend

Nach dem Vorbild zeitgenössischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller gingen die Schüler/innen der 2AK im Deutschunterricht bei Prof. Martin Erian daran, rund um die Begriffe „Adventkranz“, „Glöckchen“, „Heimkommen“ und „Warten“ gemeinsam Weihnachtsgeschichten zu gestalten.

Bereits zum vierten Adventsonntag wurden vier herzerwärmende Erzählungen präsentiert. Drei Geschichten bilden nun am 24. Dezember den feierlichen Abschluss. Was sie verbindet? Die Sehnsucht danach, Weihnachten im Kreise der Liebsten zu verbinden.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

Christmas Special? Einer fehlt

Von Alicia Kucher, Christina Smolnik und Cornelia Tamegger

Drei Tage noch, aber ich weiß, es wird nicht so wie immer. Mama, Jeronimo und ich sind dieses Jahr allein. Papa ist nämlich in Somalia stationiert. Ich vermisse ihn sehr und hoffe nur, dass er bald wieder da ist, wobei die Hoffnung ziemlich gering scheint. Wir warten sehnlichst auf ihn.

Die vier Kerze am Adventkranz brennt schon, aber er kommt nicht  heim. Kekse backen, Lieder singen, basteln, alles allein. Mir kullern jeden Abend die Tränen übers Gesicht, weil ich ihn so vermisse. Ich habe einen Brief an das Christkind geschrieben, in dem drinnen stand, dass es meinen Papa zu mir bringen soll. Aber ich denke mir manchmal, dass er gar nicht mehr zurückkommt. Ich habe schon fast vergessen, wie er aussieht.

Jeronimo macht mir zwar Mut, aber ich habe die Hoffnung verloren.  Ich hoffe doch sehr auf ein Christmas Special. Meine Geschenke sind mir egal, ich will nur meinen Papa.

Heute ist Heiligabend. Der Christbaum ist bereits geschmückt, aber das Wichtigste fehlt. Wir gehen jetzt in die Kirche, was sich nicht richtig anfühlt, weil wir nicht vollzählig sind.

Die Haustüre steht offen und wir bekamen Angst. Mama ging als Erstes hinein und wir hörten Schreie. Als Nächstes ging Jeronimo, da kamen aber nur Geräusche von Glöckchen. Ich wollte zunächst nicht gehen, aber alle haben geschrien: „Isabell, komm schnell!“

Ich ging in kleinen Schritten, stieß die Tür auf und da stand er.
Mein Herz pochte so, dass man es schon sehen konnte. Mein Papa! Papa konnte doch zu Weihnachten kommen. Es war das schönste Weihnachten von allen. Papa erzählte, dass er einen Job hier gefunden hat und deswegen muss er nicht mehr im Ausland arbeiten. Er fand es einfach zu riskant und hatte zu sehr Bammel, uns zu verlieren.

Ach, was ein schönes Weihnachten.

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