Stirbt die Biene, stirbt der Mensch!

Da an der Praxis-HAK in diesem Schuljahr „Nachhaltig die Region gestalten“ als Jahresthema diente, widmeten sich auch die Schüler/innen der 2AK in mehreren Deutsch-Stunden bei Prof. Andrea Knauder dem sehr aktuellen Thema „Bienensterben“.

In einem informativen Teil informierten sich die Schüler/innen, in Kleingruppen aufgeteilt, über die Unterschiede zwischen Honig- und Wildbienen, deren Bedeutung für die biologische Vielfalt und die landwirtschaftliche Produktion. Weiters lernten sie die Ursachen des Bienensterbens kennen und suchten nach möglichen Lösungsansätzen zum Bienenschutz. Dabei wurde vor allem die Völkermarkter Region unter die Lupe genommen, wo die in Kärnten vorherrschende Carnica-Biene im Rahmen der „Austrian Carnica Association“ besonders gehegt, gepflegt und verteidigt wird. Die Erkenntnisse wurden in Kurzpräsentationen mit Plakateinsatz vorgestellt.

„Diese Stille ohne das Summen der Bienen…“: Nachdenkliche Zukunftsbilder

Im kreativen Teil wurde eine Leseprobe aus “Die Geschichte der Bienen” von Maja Lunde vorgelesen. Diese spielt im Jahr 2089 in China und schildert, wie chinesische Arbeiterinnen mühsam Bäume per Hand bestäuben, da es keine Bienen und andere bestäubende Insekten mehr gibt.

Anhand dieses Impulses entwarfen die SchülerInnen anschließend kurze schriftliche Zukunftsszenarien für eine “Welt ohne Bienen”. Einige gelungene, aber auch nachdenkliche Zukunftsbilder können Sie hier lesen.

Diese Stille ohne das Summen der Bienen… Eine Welt ohne Bienen? Unvorstellbar! Viele sehen Bienen als Ungeziefer, als lästige Viecher oder Störenfriede. Die Menschen verschwenden kaum einen Gedanken an diese wertvollen und wichtigen Nutztiere. Sie denken nicht nach, wie eine Welt ohne Bienen wäre, was das für Folgen hätte. Ich glaube, eine Welt ohne Bienen wäre LEER. LEER und ohne Honig. LEER ohne früchtetragende Bäume. LEER ohne all die Pflanzen. STILL ohne das Summen. Dank der Bienen leben Bäume und Pflanzen, leben Menschen, lebt das Leben. Ohne Bienen werden Bäume und Pflanzen krank und schwach, bis sie sterben…ohne sie gibt es keinen Sauerstoff mehr…ohne Sauerstoff kein Leben.

Eine Welt ohne Bienen würde düster aussehen. Kaum mehr Blumen, Bäume oder bunte Sträucher. Gesundes Obst und Gemüse, das so wichtig für uns Menschen ist, würden kaum mehr vorhanden sein. Wir Menschen müssten dann die Arbeit der Bienen übernehmen und die Bäume und Pflanzen von Hand bestäuben. Wir müssten Tag und Nacht arbeiten für etwas, was vorher selbstverständlich war. Leider ist es so, dass wir Menschen Wichtiges erst dann zu schätzen wissen, wenn wir es verloren haben.

Heute ist der 4. April 2100. Es gibt keine Bienen mehr, viele Menschen sind deshalb krank geworden und auch gestorben. Die Wissenschaftler haben schon Impfungen erfunden, trotzdem ist nichts mehr, wie es war. Einige Menschen versuchen im Geheimen wieder Bienen zu züchten. Auch ich habe es schon versucht, aber sie leben nicht länger als drei Tage. Ich weiß noch nicht, woran das liegt. Aber ich werde unermüdlich daran weiterarbeiten, ich muss eine Lösung finden, um die Menschheit zu retten. Wir brauchen die Bienen, um zu überleben.

Ohne Bienen wird die Welt immer farbloser und die Natur entwickelt sich zurück. Die Qualität des Sauerstoffes wird gemindert und Erinnerungen an schöne Sommertage verblassen. Die Lebensmittelindustrie verliert an Absatz, weil viele Lebensmittel wegfallen. Durch die ausbleibende Bestäubung gibt es nicht nur keine Pflanzen mehr, auch Menschen verlieren ihre Jobs, Tiere ihre Nahrungsquellen. Also sollten wir uns darum kümmern, dass uns die Bienen erhalten bleiben, damit dieses Zukunftsszenario nicht Realität wird. Bee careful!

Jetzt bin ich wieder hier bei der Arbeit. Seit vielen Jahren sind die Bienen schon verschwunden. Nun müssen wir Frauen und Kinder die Arbeit der Bienen übernehmen. Zu Beginn unserer Schicht bekommen wir alle einen Kübel mit einer bestimmten Menge Bestäubungsmittel. Dieses müssen wir auf die Blüten der Bäume auftragen. Dazu müssen wir vorsichtig auf die Bäume steigen. Die Äste sind oft dünn und zerbrechlich, jeder unvorsichtige Schritt könnte uns zum Verhängnis werden. Zwölf Stunden am Tag müssen wir diese Arbeit verrichten und das in dieser ungemütlichen gefährlichen Position und bei jedem Wetter. Gerade mal vierzig Bäume schaffe ich am Tag. Und was sieht man am Ende des Tages davon? Nichts! Doch was ist, wenn die Blüten nicht bestäubt werden? Ich weiß es gar nicht, ich kann es nur erahnen. Das Ausmaß wäre verheerend. Es gäbe Pflanzen und Früchte mehr. Nahrungsmittel für alle Lebewesen würden verschwinden. Die Folge? Mensch und Tier sterben aus.

2055: Unser Sauerstoff wir knapper und knapper. Bäume und Blumen fallen einfach um, sterben, verwesen. Wir Menschen müssen mit Sauerstoffmasken herumlaufen, um atmen zu können. Eine Welt ohne Bienen – wer hätte das gedacht? Die Wissenschaftler forschen schon seit einigen Jahren an Ersatzbienen. Roboter, die Bäume und Pflanzen bestäuben, damit man wieder mal unbeschwert atmen kann. Die Welt kommt uns schwarz-weiß vor, wir haben keine Freude mehr. Wie lange wird unsere Welt noch existieren? Früher war alles so schön…das Summen der Bienen, die grüne Natur…die Menschen waren glücklich. Aber jetzt…

Obwohl viele Leute gegen Bienen sind, weil sie lästig sind, stechen oder eine Allergie auslösen, sind sie sehr wertvolle und wichtige Lebewesen. Viele unserer täglichen Lebensmittel werden von der Bestäubung der Bienen beeinflusst. In vielen Produkten, die wir täglich nutzen, steckt etwas von der Biene, z.B. in diversen Kosmetikartikeln. Auch bei den Kleidungsstücken aus Naturprodukten haben die Bienen ihren Beitrag geleistet. Ohne Bienen müssten viele Süßspeisenliebhaber auch auf viel Süßes verzichten. Ich mag mir eine Welt ohne Bienen gar nicht vorstellen.