„Ein Gedicht sollen wir schreiben“

Die Suche nach dem passenden Versmaß

Immer wieder sorgen Praktikant/innen in den allgemeinbildenden Gegenständen für frischen Wind an der Praxis-HAK Völkermarkt. Zwei von ihnen waren im Unterricht von Prof. Andrea Knauder in der 2AK für eine eine spannende Lyrik-Einheit verantwortlich.

Im Rahmen des Unterrichtspraktikums wurde von uns mit den Schüler/innen der 2AK eine Doppelstunde zum Thema „Gedichte“ geplant und durchgeführt. Dabei ging es darum, Theorie und Praxis im Umgang und Schreiben von Gedichten kennenzulernen und auszuprobieren.  Uns als angehende Lehrerinnen ist die große Kreativität einiger aufgefallen und deshalb haben wir ein paar Gedichte für diesen Kulturblog ausgesucht…

Victoria Ehrlich, Pascale Possautz


Warten auf den Frühling

Sonnenstrahlen lachen beim Fenster herein,
einzelne graue Wolken werden bald Geschichte sein.
Man hört die Vögel singen
und sieht bereits die ersten Knospen springen.

Der Frühlingswind zieht durch die Straßen
und die Bäume sind bereits dabei,
ihre alten Blätter fallen zu lassen.
Alles fühlt sich an so frei,
alle sehnen sich den Frühling herbei.

Doch noch lässt er auf sich warten
und man sieht noch keine Blumen blühen im Garten.
Bald gibt es dann die Wende,
dann hat dieses lange Warten ein Ende.

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Kurzfilm: Ende der Klischees?

Die Welt steht allen offen

Dass vielfältige kulturelle Projekte im Schulalltag eine große Rolle spielen, zeigt Jahr für Jahr der Jahresbericht der Praxis-HAK Völkermarkt. Immer wieder stehen dabei gesellschaftliche Fragen im Fokus, insbesondere die Überwindung überholter Wertvorstellungen.

Männer im Sozialbereich, Frauen in der Technik – die Zeit der typischen Berufe scheint immer häufiger der Vergangenheit anzugehören. Dass dieses Thema der nächsten Generation jedenfalls unter den Nägeln brennt, zeigte im Vorjahr etwa der Zeichenwettbewerb „Dress for Success“, bei dem die Vision eines weiblichen Pfarrers das Rennen um den Job der Zukunft machte.

Und auch der Völkermarkter Beitrag zum Kurzfilmwettbewerb „Zeitimpuls“ widmet sich den beruflichen Perspektiven von Frauen im Wandel der Zeit.

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Heimatsuche auf den Spuren Peter Handkes

Ausgezeichnete Jungautorin

Ende 2017 wurde der 75. Geburtstag Peter Handkes ist Kärnten im großen Stil gefeiert. Anfang Februar 2018 erhielt der Schriftsteller von Weltrang den Kärntner Landesorden in Gold – und das Robert-Musil-Institut der Universität Klagenfurt rief zu Ehren des Jubilars einen Schreibwettbewerb mit dem Titel Wieder holen Handke aus.

Melanie Suette, zu diesem Zeitpunkt angehende Maturantin der Praxis-HAK Völkermarkt, ergriff die Chance und nahm – nicht zum ersten Mal – erfolgreich an einer solchen Ausschreibung teil. Im Rahmen einer Handke-Nacht in der Klagenfurter Bahnhofsstraße, bei der auch Personen des öffentlichen Lebens wie Landeshauptmann Peter Kaiser oder ORF-Landeschefin Karin Bernhard aus den Texten des großen Sohnes Griffens lasen, wurde Suette überraschend als Zweitplatzierte geehrt.

Doch damit nicht genug: Auf Vermittlung von Griffens Bürgermeister Josef Müller gelangte der Text sogar zu Handke, der ihn mit einer Grußbotschaft an die junge, selbst aus Griffen stammende Autorin versah.

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Literarische Erfolge auf Slowenisch

Kurztexte in der Fremdsprache

Bereits seit dem Schuljahr 2014/15 nehmen die Schüler/innen der Praxis-HAK Völkermarkt regelmäßig am Schreibwettbewerb in slowenischer Sprache Pisana promlad teil. An unserer Schule, an der Slowenisch als „Zweite lebende Sprache“ unterrichtet wird, bringen vor allem die Schüler/innen ab dem dritten Jahrgang die Voraussetzungen mit, Kurztexte zu Themen zu verfassen, welche vom Veranstalter jedes Jahr aufs Neue vorgegeben werden.

Im Schuljahr 2016/17 wurden vom Organisator, der Volbankova ustanova-Privatstiftung, neue Preiskategorien eingeführt. So wurde 2017 erstmals auch der beste Schreibtext jener Schulen ausgezeichnet, welche kein Slowenisch als Unterrichtssprache haben. Die Gewinnerin in dieser erstmals vergebenen Preiskategorie war ganz überraschend unsere Maturantin Sabina Kujundžić.

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Ein bewegtes Jahrhundert auf der Bühne

Dramatische Aufarbeitung zum Gedenkjahr

Zahlreiche Projekte setzten sich im Spätherbst mit dem Gedenkjahr 2018 auseinander. Im Geschichteunterricht unternahm Prof. Maximiliane Sebestyen den erfolgreichen Versuch, mit den Schüler/innen der 4BK Schlüsselmomente aus hundert bewegten Jahren österreichischer Geschichte literarisch aufzuarbeiten. Entstanden sind gleich mehrere dramatische Szenen, die Anfang Dezember der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Drei Szenen – zum Zusammenbruch der Habsburgermonarchie, zur Phase vom „Anschluss“ an Hitlerdeutschland bis zur frohen Kunde „Österreich ist frei“ sowie zum EU-Beitritt – finden Sie nachfolgend.


1918: Republik – und Kleinstaat

Von Sedina Halilovič, Nejra Ibrahimovič, Nina Lube und Katja Tscherteu

Mathilde: Hallo, Frida.

Frida: Ja hallo! Du, jetzt hätt ma endlich den Krieg hinter uns.

Mathilde: Ja eh, was da alles passiert is, is ja nicht mehr normal.

Frida: Ja, das is wirklich nirma normal. Heut hama den 10. November 1918. Wir leben seit 1914 in Armut und Elend. Wir haben in diesen furchtbaren vier Jahren unsere Ehemänner kaum zu Gesicht bekommen und viele sein natürlich gefallen. In diesen vier Jahr‘ hama große Hungersnöte ghabt und wos des Schlimmste is, wir hama Angst khabt und des jeden Tag. Jeden Tag seima wir mit Ängsten aufgstanden und ham zu Gott gebetet, dass es net unser letzter Tag is.

Mathilde: Ja, furchtbar is des, aber i hab ghört, dass ma a Republik werden sollen. Er muas lei nur noch so an Vertrag unterschreiben. Des hast fir uns ka Angst mehr, kane Hungersnöte und des Wichtigste: kane Kriege mehr.

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