together unique: Die Texte der Siegerinnen

together unique: Die Texte der Siegerinnen

Es waren intensive Diskussionen in der Jury mit Vertreter_innen aus dem Bildungswesen, der Wissenschaft sowie der Kultur, denn den Expert_innen lagen eine Reihe lesenswerter Texte junger Autor_innen aus verschiedenen Schulen vor. Organisator Martin Erian: „Die Texte zeichneten sich durch vielfältige Ansätze aus. Sie reichten von kreativen Adaptionen existierender literarischer Texte über Kurzgeschichten bis zu eher essayistischen Auseinandersetzungen mit der Thematik. Entsprechend viel Diskussionsstoff gab es innerhalb der Jury, die die Texte in anonymisierter Form vorgelegt bekommen hatte.“

Ein Sieger war am Ende jedenfalls die Thematik der Mehrsprachigkeit, mit der sich die Jugendlichen intensiv beschäftigt haben. Die fünf besten Beiträge präsentieren wir Ihnen nun hier.

Das Individuum und die Gruppe

Letztlich konnte sich ein Autorinnen-Duo der Praxis-HAK Völkermarkt durchsetzen und gewissermaßen einen Heimsieg feiern. Celina Jesch und Emily Lakounigg setzten sich dabei spielerisch mit dem Titel der Initiative auseinander.

Gemeinsam einzigartig zu sein – das liegt in den Vorstellungen eines jeden von uns. Wenn er sich mit den richtigen Personen umgeben würde, die ihm Halt versichern, ihn verstehen und ihn nicht nur als eine Zahl der Summe sehen würden, dann könnte er mit Stolz behaupten, dass er einzigartig in dieser Gemeinschaft wäre. Doch in ihren Augen konnte diesen Satz niemand von ihnen über die Lippen bringen, denn alle von ihnen wussten genau, wie die Normen und Regeln in ihrem Interagieren wirkten, immer dann, wenn sie sich in Person gegenüberstehen.

Celina Jesch und Emily Lakounigg in ihrem Text Einzigartigkeit als Gemeinsamkeit?

Vom Exil in die Gegenwart: Erfolgreiche Adaptionen

Betreut von Prof. Britta Speer setzten sich Schüler_innen der HAK 1 Klagenfurt mit dem Gedicht Unaufhaltsam der jüdischen Lyrikerin Hilde Domin (1909-2006) auseinander. Darin heißt es:

Besser ein Messer als ein Wort.
Ein Messer kann stumpf sein.
Ein Messer trifft oft
am Herzen vorbei.
Nicht das Wort.

Hilde Domin: Unaufhaltsam

Gleich zwei Beiträge schafften es ins Spitzenfeld: Sophie Frank, Romana Kogler und Emilia Novakovic landeten am zweiten Platz, Kristina Cvijic und Adna Halilovic erreichten mit ihrem Text Rang fünf.


Ein anderer Fokus

Einen Text, der die Aufmerksamkeit auf eine häufig übersehene Gruppe richtet, legte Mihaela Topalović vor. Die Autorin thematisiert das Schicksal eines Gehörlosen, der unverschuldet in die Misere schlittert.

Ihm ging es gut, er hatte alles. Eine Wohnung, einen Job, viel Geld. Das Einzige, was ihm fehlte: der Ton. Der liebliche Klang eines Liedes, der wundervolle Klang vom Regen, der gegen die Fensterscheibe prasselte, das Geräusch der Kaffeemaschine. Nichts. Bei ihm lief partout nur Funkstille.

Mihaela Topalović in Stumme Sprache

together unique: Gemeinsam aus der Krise

Durchaus in Topalović‘ Kerbe schlagend, präsentieren Sarah Glabutschnig und Janja Oberheinrich, ebenfalls aus Völkermarkt, ein Panoptikum des Scheiterns. Missverstandene finden sich zusammen und schaffen es, ihrem Dasein wieder einen Sinn zu geben.


Wir gratulieren den Autorinnen recht herzlich!

Für die Top drei gibt es zudem kleine Präsente, sobald es die Pandemie-Situation wieder zulässt!